Haarausfall bei Frauen: Was steckt dahinter?

Es ist dieser Moment morgens vor dem Spiegel. Du fährst Dir durch die Haare und auf einmal hast Du eine ganze Hand voll davon zwischen den Fingern. Im Abfluss der Dusche. Auf dem Kopfkissen. In der Bürste. Und Du fragst Dich, ob das noch normal ist.

Für viele Frauen ist Haarausfall nicht einfach nur ein körperliches Thema. Haare sind ein Stück Identität, und wenn sie weniger werden, geht das oft tiefer als gedacht. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich eine Ursache finden. Und in vielen Fällen lässt sich auch etwas ändern.

In diesem Artikel erfährst Du, was bei Frauen besonders häufig hinter Haarausfall steckt, wie Du die Ursache eingrenzen kannst und welche Schritte sich wirklich lohnen.

Was ist eigentlich noch normal?

Jeder Mensch verliert jeden Tag Haare. Das ist völlig in Ordnung und Teil des natürlichen Haarzyklus. Etwa 60 bis 100 Haare pro Tag gelten als normal. Bei langen Haaren wirkt das oft dramatischer, als es ist, weil ein ausgefallenes Haar einfach mehr Volumen hat.

Auch saisonale Schwankungen sind normal. Im Herbst und Frühjahr verliert man oft etwas mehr, ähnlich wie Tiere ihr Fell wechseln. Das gibt sich nach einigen Wochen von selbst.

Bedenklich wird es, wenn Du über längere Zeit deutlich mehr Haare verlierst, wenn die Haare insgesamt dünner werden, wenn der Scheitel breiter wird oder wenn an einzelnen Stellen kahle Stellen entstehen.

Die häufigsten Ursachen bei Frauen

Haarausfall bei Frauen hat selten nur einen Grund. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen, und das macht das Thema so kniffelig.

Hormonelle Schwankungen

Hormone steuern den Haarzyklus mit. Nach einer Schwangerschaft, beim Absetzen der Pille, während der Wechseljahre oder bei einer Schilddrüsenfunktion, die aus dem Takt gerät, kann sich das deutlich im Haarbild zeigen. Bei vielen Frauen normalisiert sich der Haarwuchs nach einer hormonellen Umstellung von selbst wieder, sobald sich der Körper neu eingependelt hat.

Nährstoffmangel

Haare sind in der Hierarchie des Körpers ganz hinten. Wenn Nährstoffe knapp werden, spart der Körper sie zuerst bei Haaren und Nägeln ein. Besonders relevant sind:

     Eisen ist die häufigste Mangelursache bei Frauen, vor allem durch die Menstruation. Auch ein Eisenwert im unteren Normalbereich kann sich auf das Haar auswirken.

     Zink ist direkt am Aufbau der Haarstruktur beteiligt.

     Biotin und andere B Vitamine brauchen die Haarwurzeln für ihre Arbeit.

     Vitamin D ist an der Steuerung des Haarwachstums beteiligt. Ein Mangel ist im Winter und bei wenig Sonne sehr verbreitet.

     Eiweiß ist der Grundbaustein des Haars. Wer sehr einseitig isst, spürt das oft auch an den Haaren.

Stress

Anhaltender Stress verschiebt den Haarzyklus. Viele Haare gehen gleichzeitig in die Ruhephase und fallen rund drei Monate später aus. Genau diese zeitliche Verzögerung macht es so schwer, den Zusammenhang zu erkennen. Wer im Frühjahr plötzlich vermehrt Haare verliert, denkt selten an die anstrengende Phase im Winter zurück.

Schilddrüse

Sowohl eine überaktive als auch eine unteraktive Schilddrüse kann zu Haarausfall führen. Oft kommen andere Anzeichen hinzu, etwa Gewichtsveränderungen, ein veränderter Schlaf oder eine andere Stimmungslage. Wenn Du den Verdacht hast, lohnt sich ein Blick auf die Schilddrüsenwerte beim Arzt.

Belastung durch Schwermetalle und Umweltgifte

Stoffe wie Quecksilber, Blei oder bestimmte Umweltgifte können sich über Jahre im Körper ansammeln und auch das Haarwachstum beeinträchtigen. Da diese Belastungen schleichend entstehen, werden sie selten als Ursache vermutet, obwohl sie eine spielen können.

Unverträglichkeiten und Darm

Ein Darm, der nicht alle Nährstoffe gut aufnehmen kann, sorgt indirekt für einen Mangel, auch wenn Du Dich eigentlich ausgewogen ernährst. Unverträglichkeiten gegenüber Gluten, Milchprodukten oder anderen Lebensmitteln können die Aufnahme stören und so indirekt am Haar zerren.

Frisuren, Pflege und mechanische Belastung

Eng gebundene Zöpfe, Extensions, häufiges Bleichen, Hitzestyling ohne Schutz oder zu aggressive Pflegeprodukte können das Haar zusätzlich schwächen. Das ist zwar selten die Hauptursache, verstärkt aber alle anderen Faktoren.

Warum Selbstdiagnose oft in die Irre führt

Die Versuchung ist gross, das Phänomen einer einzigen Ursache zuzuschreiben. Eine Freundin hatte Eisenmangel, also wird es bei Dir auch das sein. Im Internet liest Du über die Wechseljahre, also wird es das sein. Das führt oft dazu, dass Frauen monatelang das Falsche probieren, ohne dass sich etwas ändert.

Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: erst eingrenzen, dann handeln. Genau hier kann eine Analyse helfen.

Was eine Haaranalyse zeigen kann

Eine Haaranalyse hat bei diesem Thema einen besonderen Charme. Sie zeigt nicht nur einen einzelnen Wert, sondern bildet ein komplexes Bild des Gesamtbedürfnisses des Körpers ab. Damit kannst Du gleich mehrere mögliche Ursachen auf einmal prüfen.

Folgende Themen lassen sich über das Haar gut anschauen:

     Nährstoffversorgung. Eisen, Zink, Magnesium, Selen und weitere Spurenelemente.

     Belastungen. Schwermetalle und Umweltgifte, die im Blut oft nicht mehr nachweisbar sind, aber im Gewebe sitzen.

     Unverträglichkeiten. Hinweise auf Lebensmittel, die der Körper schwerer verträgt.

Für das Haar genügt eine kleine Strähne. Ohne Arztbesuch, ohne Blutabnahme, bequem von zu Hause.

Was Du selbst tun kannst

Unabhängig davon, was die Ursache ist, gibt es Dinge, die dem Haar in jedem Fall guttun.

Gut essen. Eiweiß aus Hülsenfrüchten, Eiern, Fisch oder Fleisch gehört zu jeder Mahlzeit. Bunte Vielfalt auf dem Teller versorgt mit Vitaminen und Spurenelementen.

Eisen im Blick behalten. Vor allem bei starken Regelblutungen oder vegetarischer Ernährung lohnt der Blick auf die Werte. Vitamin C zum Essen verbessert die Aufnahme aus pflanzlicher Nahrung deutlich.

Stress reduzieren. Auch wenn es abgedroschen klingt: Pausen, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf wirken nachweisbar auf den Haarzyklus.

Sanft pflegen. Mildes Shampoo, lauwarmes Wasser, möglichst wenig Hitze. Lockere Frisuren statt enger Zöpfe. Eine Holzbürste statt scharfer Kanten.

Geduld haben. Haare wachsen langsam, etwa einen Zentimeter pro Monat. Veränderungen, die heute starten, siehst Du frühestens in drei bis sechs Monaten. Das ist kein Versagen, sondern Biologie.

Fazit: Es lohnt sich, genauer hinzuschauen

Haarausfall ist kein Schicksal, dem Du ausgeliefert bist. In den allermeisten Fällen steckt eine Kombination aus mehreren Faktoren dahinter, und viele davon kannst Du beeinflussen.

Der erste Schritt ist immer der gleiche: nicht raten, sondern hinschauen. Wenn Du weißt, woran es liegt, kannst Du gezielt etwas tun. Und genau das macht den Unterschied.

Wer früh hinschaut, hat es leichter.

Du möchtest wissen, was bei Dir dahintersteckt?

Da bei Haarausfall meist mehrere Ursachen zusammenspielen, lohnt sich ein breiterer Blick. Unsere Mikronährstoff Vollanalyse prüft, wie es um Eisen, Zink, Selen und weitere wichtige Nährstoffe steht. Eine kleine Haarprobe genügt.

Wenn Du gleich mehrere mögliche Ursachen prüfen möchtest, also Nährstoffe, Belastungen und Verträglichkeiten in einem Aufwasch, schau Dir unser Komplettpaket an. Für alle Analysen wird nur die eine Haarprobe gebraucht.

Mehr zu den einzelnen Themen findest Du in unseren Artikeln Mikronährstoff Mangel: Was Du wissen musst, Unverträglichkeit oder Allergie und Schwermetallbelastung: Was Du wissen musst.

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